Medikamenten-induzierte Photosensibilität: auslösende Medikamente, mögliche Mechanismen und klinische Folgen

J Dtsch Dermatol Ges. 2021 Jan;19(1):19-30. doi: 10.1111/ddg.14314_g.
[Article in German]

Abstract

Medikamenten-induzierte Photosensibilität, also phototoxische oder photoallergische Reaktionen durch Pharmazeutika und nachfolgende Exposition gegenüber ultraviolettem oder sichtbarem Licht, ist eine unerwünschte Wirkung, die zunehmend an Interesse gewinnt. Dies zeigt sich am breiten Spektrum aktueller Untersuchungen, die von molekularen Mechanismen und auslösenden Medikamenten über Epidemiologie und Aspekten der öffentlichen Gesundheit bis hin zur langfristigen lichtbedingten Hautalterung und möglichen photokanzerogenen Folgen reichen. Die vorliegende Übersicht fasst den derzeitigen Kenntnisstand mit dem Schwerpunkt auf auslösenden Medikamenten und Langzeitfolgen zusammen. Insgesamt wurde bei 393 verschiedenen Medikamenten oder Inhaltsstoffen ein Potenzial zur Photosensibilisierung beschrieben. Allerdings unterscheiden sich bei diesen Wirkstoffen die Evidenzstufen hinsichtlich der Auslösung von Photosensibilität erheblich. Die betreffenden Pharmazeutika gehören vielen Medikamentenklassen an. Wegen mangelhafter Erfassung und geografischer Unterschiede ist die epidemiologische Bewertung des Risikos durch Photosensibilisatoren schwierig. Dennoch ist aufgrund der breiten Anwendung photosensibilisierender Medikamente in Kombination mit der potenziell photokanzerogenen Wirkung einiger Wirkstoffe von einer bedeutenden Auswirkung auf Gesundheit und Sicherheit auszugehen. Demzufolge ergibt sich ein hoher Bedarf an weiteren Untersuchungen zu den Langzeitfolgen.

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