Background: In recent years, great progress has been made in intraoperative imaging using optical coherence tomography (iOCT). There are now several commercially available iOCT systems that allow high-resolution imaging of all structures of the eye without interrupting surgery. This real-time visualisation can provide additional information to conventional surgical microscopy, but is relatively expensive. The aim of our study was to find out how often OCT integrated into the surgical microscope is used by trained surgeons, or to what extent they consider that iOCT is relevant for intraoperative procedures.
Patients and methods: A prospective monocentric analysis was conducted of the field of application and user-friendliness of the EnFocus Ultra-Deep OCT (Leica Microsystems), a mobile device combination of surgical microscope and OCT. The use and benefit were investigated of iOCT, which was not mandatory. Standardised documentation and evaluation using a questionnaire was performed by the respective surgeon (n = 5) immediately after surgery.
Results: Over a period of 25 working days, 118 procedures were performed in the operating theatre equipped with the microscope-OCT combination. The iOCT was used in 24.6% of the 118 procedures performed. iOCT was regarded as crucial to the intraoperative procedure in 3 of the 29 patients. In one patient, it was possible to check graft orientation during a DMEK operation in a very opaque cornea and, in the second patient, to visualise the correct positioning of an iris diaphragm in the capsular bag. In the third patient, the risk of developing a pseudoforamen was assessed, and this led to the decision not to perform a full gliosis peel.
Conclusion: Experienced surgeons in a university eye hospital with a full surgical spectrum considered that intraoperative OCT was decisive for the course of surgery in only a few selected surgical situations, e.g. in case of limited corneal transparency. The impact of the use of iOCT on post-operative outcome quality still needs to be evaluated by larger prospective studies. On the basis of this survey, the cost-benefit ratio is still unclear.
Hintergrund: In den letzten Jahren wurden große Fortschritte in der intraoperativen Bildgebung mittels optischer Kohärenztomografie (iOCT) erzielt. Mittlerweile gibt es mehrere kommerziell erhältliche iOCT-Systeme, die ohne Unterbrechung der Operation hochauflösende Aufnahmen aller Strukturen des Auges erlauben. Diese Echtzeitvisualisierung kann Zusatzinformationen zur konventionellen Operationsmikroskopie liefern, ist jedoch relativ kostenintensiv. Ziel unserer Untersuchung war, zu erheben, wie häufig ein in das OP-Mikroskop integriertes OCT von geschulten Operateuren verwendet wird bzw. diese den Einsatz des iOCT als relevant für das intraoperative Vorgehen bewerten.
Patienten und methoden: Durchgeführt wurde eine prospektive monozentrische Analyse des Einsatzgebietes und der Anwenderfreundlichkeit des EnFocus Ultra-Deep OCT (Leica Microsystems), einer mobilen Gerätekombination aus Operationsmikroskop und OCT. Untersucht wurde die Verwendung und der Nutzen der iOCT, die nicht verpflichtend war. Die standardisierte Dokumentation und Bewertung erfolgte durch den jeweiligen Operateur (n = 5) unmittelbar im Anschluss an die Operation fragebogenbasiert.
Ergebnisse: Über einen Zeitraum von 25 Werktagen wurden in dem mit der Mikroskop-OCT-Kombination ausgestatteten OP-Saal 118 Eingriffe durchgeführt. Das iOCT wurde in 24,6% der 118 durchgeführten Eingriffe verwendet. Von diesen insgesamt 29 iOCT-Einsätzen wurde es in 3 Fällen als entscheidend für das intraoperative Vorgehen bewertet. In einem Fall konnte die Transplantatorientierung während einer DMEK-Operation bei sehr trüber Hornhaut überprüft und im 2. Fall die korrekte Positionierung einer Irisblende im Kapselsack dargestellt werden. Im 3. Fall wurde das Risiko der Entstehung eines Pseudoforamens eingeschätzt, woraufhin auf ein vollständiges Gliosepeeling verzichtet wurde.
Schlussfolgerung: Ein intraoperativ verfügbares OCT wird von erfahrenen Operateuren unter den Bedingungen einer Universitätsaugenklinik mit vollumfänglichem OP-Spektrum nur in wenigen ausgewählten OP-Situationen, z. B. bei eingeschränkter Hornhauttransparenz, als OP-verlaufsentscheidend bewertet. Die Auswirkung der Verwendung des iOCTs auf die postoperative Ergebnisqualität muss noch durch größere prospektive Studien evaluiert werden. Auf der Basis dieser Erhebung ist die Kosten-Nutzen-Relation bislang als unklar zu bewerten.
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